Wie alles begann
Schulgeschichte
Die Geschichte der heutigen Friedensschule beginnt in den Jahren 1883 bis 1885 mit dem Bau des Schulgebäudes auf Anweisung des Großherzogs Friedrich Franz II. Der Entwurf stammt von Baurat Georg Daniel, während die Bauausführung durch den Landesbaumeister Zöllner erfolgte. Bereits im Jahr 1885 konnte das Gebäude feierlich als Großherzogliches Realgymnasium eingeweiht werden.
In den folgenden Jahren wurde die Schule kontinuierlich erweitert und modernisiert. So entstand 1888 eine Turnhalle, und 1891 erfolgte der Anschluss an die Wasserleitung sowie die Kanalisation. Mit der Einführung des Glasglühlichts im Jahr 1898 und der Umstellung auf elektrisches Licht im Jahr 1928 hielt auch der technische Fortschritt Einzug in den Schulalltag.
Während des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit erlebte das Schulgebäude eine wechselvolle Nutzung. 1942 wurde hier eine Oberrealschule eingerichtet. Im Jahr 1945 diente das Gebäude zunächst als Flüchtlingslager und Eisenbahnerwohnheim, später als Wehrmachtslazarett. Im Mai 1945 erfolgte die Übernahme durch die US-Armee. Noch im selben Jahr, am 1. Oktober, begann wieder der Unterricht. Kurz darauf, am 3. Oktober, wurde im Gebäude eine Typhusstation eingerichtet. 1946 nutzte die sowjetische Kommandantur das Haus.
Ein neuer Abschnitt begann 1950: Am 1. April wurde die Schule als Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 und rund 400 Schülerinnen und Schülern wiedereröffnet. Im September erfolgte zunächst eine Trennung in eine Knaben- und eine Mädchenschule, bevor bereits 1951 gemischte Klassen eingeführt wurden. In diesem Zusammenhang erhielt die Schule auch ihren heutigen Namen: „Friedensschule“.
Die weitere Entwicklung war geprägt von den Bildungsreformen der DDR. 1956 wurde die Schule zu einer zehnklassigen Polytechnischen Oberschule umgestaltet. 1965 kamen eine Zahnstation sowie zahlreiche Fachkabinette hinzu, unter anderem für Russisch, Physik, Biologie, Chemie, Geografie, Deutsch und Zeichnen. Zudem wurde eine Schülerbibliothek eröffnet.
Nach der politischen Wende veränderte sich die Schulstruktur erneut. 1990 wurde die Einrichtung als Grund-, Haupt- und Realschule geführt, bevor sie 1993 wieder zu einer reinen Grundschule wurde.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends, in den Jahren 2000 und 2001, wurde schließlich die Sporthalle umfassend rekonstruiert.
Aktuell findet eine umfassende Sanierung unseres Schulgebäudes statt. Aus diesem Grund findet der Schulbetrieb derzeit in der Weststadt statt, in der Willi-Bredel-Straße 17. Der Rückzug ist für den Februar 2027 geplant.